In Städten und dicht besiedelten Gebieten betrachten wir es als selbstverständlich und völlig normal, dass ein erschlossenes Baugrundstück auch über einen Anschluss an die öffentliche Kanalsation besitzt und somit für die ordnungsmäße und vor allem automatisierte Entsorgung des Abwassers gesorgt ist. Wer diesen Standard gewohnt ist und sich um ein eigenes Heim in dünner besiedelten Gebieten bemüht, wird erstaunt zur Kenntnis nehmen müssen, dass es im deutschsprachigen Raum auch Millionen von bebauten Grundstücken gibt, welche nicht an ein öffentliches Kanalnetz angeschlossen sind. Diese Grundstücke benötigen eigene Kleinkläranlagen.
Eine Kleinkläranlage besteht im wesentlichen aus einem unterirdischem Sammelbehälter mit mehreren Kammern. Je nach Hersteller sind Kleinkläranlagen aus Beton oder aus Kunststoff geschaffen. Das Abwasser wird im Klärbehälter quasi direkt vor Ort beim Erzeuger geklärt.
Das geklärte Wasser wird der Natur zugeführt. Es versickert im Boden oder wird in ein fliessendes Gewässer eingeleitet. Der Klärvorgang selber erfolgt je nach Hersteller der Kleinkläranlage auf mechanischer oder biologischer Grundlage, niemals jedoch chemisch.
Die Anschaffungskosten von Kleinkläranlagen sind abhängig von der Personenzahl des nutzenden Haushalts und liegen in der regel im vierstelligen Bereich. Im laufenden Betrieb muss eine Kleinkläranlage regelmäßig gewartet werden. Die jährlichen Wartungskosten liegen meist im niedrig dreistelligen bereich. Bei einer angenommenen Lebensdauer von 25 Jahren dürften sich diese Kosten etwa amortsieren, denn im Gegenzug zahlt der Besitzer einer Kleinkläranlage an seinen Frischwasserversorger keine Gebühren für das Abwasser.